Hinterachse (Radmutter) festziehen

Räder, Reifen Tachoantrieb und was dazu gehört

Moderator: Duesi

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exbd
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Re: Hinterachse (Radmutter) festziehen

Beitrag von exbd »

@ stormtalker :
exbd hat geschrieben: so fest wie Du es OHNE Hebel schaffst.
Mir ist das festziehen mit Hebel einfach suspekt. Für die läppischen 108 Nm reicht doch eine normale Knarre völlig aus. Ein Beispiel ?
108 Nm bedeutet ein Druck von 10,8 Kg an einem 1m Hebel. Ist der Schlüssel 50 cm lang, wächst die Kraft auf 21,6 Kg, bei 30cm langem Schlüssel auf 32,4 Kg.

Selbst wer dies nicht zustande kriegt, kann sich immer noch auf den Schlüssel 'stützen'. Ein Hebel ist zum festziehen also nicht nur völlig unnötig.
Da bei einem Hebel von den genannten 2m nur noch eine Kraft von rund 5Kg nötig wäre, dreht man im Gegenteil die Mutter schnell rund.

Beim lösen der Mutter ist es was anderes, aber danach war ja nicht gefragt :mrgreen:

Gruß Detlef
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Re: Hinterachse (Radmutter) festziehen

Beitrag von Stormtalker »

@exbd

ok dann haben wir uns falsch verstanden, da für mich eine normale Knarre in dem Sinne ja auch schon ein Hebel ist... ;)
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Vater Abraham
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Re: Hinterachse (Radmutter) festziehen

Beitrag von Vater Abraham »

Ich benutze das Bordwerkzeug. Allerdings ist die komische Verlängerung noch drauf. Hat aber trotzdem ja nicht so ein langen Hebelweg.
Hocke hinterm Rad allein, eine Hand kontert gegen und die andere zieht zu.
Ich ziehe zwar fest aber nicht so viel wie ich kann, und habe in meinem ganzen Leben noch nie irgend ein Rad verloren.
Auch hat man mir mein Dauersplint schon mal geklaut und da bin ich mind. 4 Mon. ohne Splint gefahren und da hat sich nix gelöst.


Gruß Steffen
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Re: Hinterachse (Radmutter) festziehen

Beitrag von Drummie »

Ein passender Drehmomentschlüssel (meistens 40-200 nm) kostet im Baumarkt nicht die Welt, und gerade beim Mopped sollte man meiner Meinung nach schon so sauber wie möglich arbeiten, damit einem der Hobel bei den Belastungen, die auf dem Material liegen, nicht um die Ohren fliegt.
Und das Bordwerkzeug ist bis auf den kleinen Maulschlüssel für die Kettenspanner wirklich nur im absoluten Notfall zu gebrauchen.

Gruß
Ingo
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Re: Hinterachse (Radmutter) festziehen

Beitrag von ralle123 »

Stormtalker hat geschrieben:Also ich kenne jetzt deine Kräfte nicht, aber als Normalo würde ich jetzt mal so sagen, dass du, wenn auf der anderen Seite einer gegen hält und du nen 30cm Hebel hast alles geben kannst...
Ich habe beim Abschrauben jemand gegenhalten lassen und hatte etwa 35cm hebel, musste mich allerdings mit ein paar mal richtig drücken draufstellen, damit sich die mutter gelöst hat...

Aber natürlich sind solche Aussagen eben vom Hebel und deiner Kraft abhängig, also stark mit Vorsicht zu genießen... Kannst du dir denn nirgendwo einen Drehmo ausleihen?
Das glaube ich kaum.
Ich habe einen Drehmomentschlüsse, der ist 40 cm lang und hat einen Messbereich bis 250 NM (bewusst kurze Version von Hazet, für enge Stellen unterm Auto)
Da ist immer noch ordentlich Reserve, wenn 200 erreicht sind.

Stell dir doch einfach vor, wie du deine Radmuttern (PKW) anziehst und leg nochmal eine Viertel Umdrehung drauf. Dann suchst du die nächste Position, wo du die Mutter richtig drauf kriegst.

Ich denke genauer kann man das schlecht beschreiben.
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Jo_
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Re: Hinterachse (Radmutter) festziehen

Beitrag von Jo_ »

Aufpassen!

Nicht mit der gleichen Kraft festziehen, wie man eine Schraube/Mutter losbekommen hat!

Nur mal einige kurze Anmerkungen:
Natürlich muß die Hinterachsmutter nicht so genau eingestellt werden.
Dies geht auch deshalb nicht, da in den meisten Fällen Die Löcher nicht übereinstimmen.

Trotzdem gilt obriges für alle Schraubverbindungen.
Das Anzugsdrehmoment ist nicht gleich der Losbrechkraft.
Hier gilt einmal, das Haftreibung höher ist als Gleitreibung.
Das Anzugsdrehmoment erreichst Du aus einer Bewegung heraus.
Eine Schraubverbindung hält normalerweise, inden sie durch viel Druck auf eine Fläche wirkt.
Drei gestapelte Kisten Bier schiebt man auch nicht leichter durch die Garage als eine.
Die Flächen sind jeweils die oberen Gewindeflanken der Schraube und die unteren der Mutter, oder umgekehrt.
So kann man die Schraube leicht eindrehen und erst beim Verspannen wirken die Kräfte.
(Für Genauere: Klemmkraft + Gewindereibung + Kopfreibung + Torsion :-)

Weiterhin erhöht sich zusätzlich noch die Reibung später durch etliche Faktoren.
Drehrichtung, Kontaktkorrosion, Oxidation, Verschmutzung durch eindringen von Wasser mit feinstem Schmutz und Salz usw.
Aus all diesen Faktoren ergeben sich dann die scheinbar festgeballerten Schrauben.

Knallst Du eine Schraube zu fest an, überdehnst Du im besten Fall nur das Material.
Dadurch ist aber die Festigkeit des Materials nicht mehr gegeben.
Wenn man ein Blech abbrechen will merkt man es.
Die erste Biegung ist noch schwer, aber Irgendwann geht es immer leichter bis zum Abbrechen.
Schraubgewinde sollten daher auch nie gefettet werden.
Richtig ist: Mit Drehmoment einschrauben und nachher mit Fett versiegeln.
Dadurch verhindert man das Eindringen von Schmutz und Wasser in die voneinander abgewandten Flanken.

Weiterhin ist es mittlerweile üblich, Schrauben einzukleben.
Durch den Lack auf der Gewindefläche und die damit verbundene verminderte Reibung sollte man das Anzugsdrehmoment etwas geringer wählen.
Werte hierzu kenn ich aber nicht.
Hier passiert dann der Gewünschte Effekt:
Schraube leicht rein, ohne Überdehnung fest, ne Mörderreibung gegen das Losdrehen und auch noch dicht.

Klugscheissermodus off.
Ich popel auch nicht jede Schraube mit nem Drehmomentschlüssel fest!

Ach ja noch etwas:
Drehmomentschlüssel sollte man nicht dauerhaft zum Lösen solcher Schrauben nehmen!
Auch wenn sie einen schön langen Hebel haben und den Wechsel Der Autoreifen im Herbst und Frühling schön einfach machen.
Die nehmen das mit der Dauer krumm.
Weiterhin sollten Besitzer von alten und/oder billigen Dremomentschlüsseln das Drehmoment von Zeit zu Zeit überprüfen.
Sonnst ballert Ihr Euch die Schrauben ab, obwohl der Wert korrekt eingestellt ist. (Mir passiert!)
Teure kann man sogar kalibrieren lassen.
Ciao - Jo
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Re: Hinterachse (Radmutter) festziehen

Beitrag von miele »

Um auch was klugscheissern zu zu wollen... Vorsicht mit Vergleichen mit dem Drehmoment auf Radbolzen am Auto, die können auch höher sein als bei uns. Von wegen so fest wie beim Auto und dann noch 'ne viertel Umdrehung weiter oder so...
Und Abreissen bedeutet hier vermutlich wirklich abreissen... Will sagen da nützt auch der Splint nix mehr weil die Mutter mit dem Rest Gewinde abgefallen ist und die Achse keine Mutter mehr hat... Also, auch ein "billiger" Drehmo aus'm Baumarkt ist besser als keiner...
Hätte Gott gewollt, dass Moppeds sauber sind, wär' Spüli im Regen...
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Re: Hinterachse (Radmutter) festziehen

Beitrag von Vater Abraham »

Nach fest kommt lose.
Lieber einen kleineren hebel benutzen, als einen zu langen mit dem man kein Gefühl mehr hat.
Und das Bordwerkzeug geht zumindest für das sehr gut.

Es gibt auch eine Faustformel:
Wenn die Mutter anfängt fest zu werden. also anschlägt (weiß jetzt nicht wie ich es ausdrücken soll) noch eine 1/4 Umdrehung.
Es gibt zwar ein paar Ausnahmen und am Motor wird auch ein Drehmomentschlüssel benutzt, aber an der Hinterradmutter finde ich ehrlich etwas übertrieben.


Gruß Steffen
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Re: Hinterachse (Radmutter) festziehen

Beitrag von ralle123 »

exbd hat geschrieben:Also, eigendlich ist das doch ganz einfach :

Du schraubst die Mutter so fest wie Du es OHNE Hebel schaffst. Dabei achtest Du darauf, das eine Öffnung in der Mutter für den Split sichtbar ist. Sobald der Split drin ist kann sich die Mutter nicht mehr lösen !! Es ist also gar nicht so wichtig, das die Mutter exakt auf Drehmoment festgezogen ist. Was würdest Du denn z.B. machen, wenn 'auf Drehmoment' KEINE Splitöffnung frei wäre ? Weiterdrehen oder wieder lösen ? Somit brauchst Du den Drehmoment auch gar nicht erst korrekt einzustellen ! Entscheidend wäre es nur, wenn Du keinen Split sondern eine selbstsichernde Mutter nutzen würdest. Dann müßte der Wert allerdings exakt stimmen !!

Gruß Detlef
Das ist nicht möglich, weil mehrere Bohrungen in der Achse sind und eine passt immer ;-)
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Re: Hinterachse (Radmutter) festziehen

Beitrag von DFM »

Natürlich ist das möglich, sonst müssten nahezu unendlich viele Bohrungen vorhanden sein ;) Es ist mir eigentlich noch nie passiert, dass das Drehmoment genau passend erreicht wurde, sodass ich immer ein Stück weiter drehen musste damits gepasst hat. Wenn man dann noch die Toleranzen eines DMS berücksichtigt könnte man das eigentlich ganz vergessen ;)
Gruß Daniel
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