Minimalinvasive Schwingen- und Rahmensanierung

Seitendeckel, Sitzbank, Verkleidungen, Kotflügel, Rahmen

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Minimalinvasive Schwingen- und Rahmensanierung

Post by Vocalix » Fri 13. Sep 2019, 22:26

Tach Gemeinde,
nachdem die erste Woche mit der "neuen" erst mal unter dem Thema "fahren, fahren, fahren" stand, (Ich habe immerhin 12 Jahre ZR7-lose Zeit nachzuholen!!!) ist jetzt langsam mal die Zeit gekommen der Maschine den einen oder anderen Wartungsstau auszutreiben.
Die akuten Themen sind:
1. Motoröl: Das ist im besten Fall 4 Jahre alt, im schlimmsten Fall 8....
2. Ventile: Im besten Fall sind die vor 12 Jahren, oder 12.000 km zuletzt eingestellt worden...…
3. Bremsflüssigkeit: Im besten Fall ist die 12 Jahre oder 12.000 km alt, im schlimmsten 19 Jahre oder 25. km.....
4. Vergaser: Im besten Fall sind die vor 12 Jahren oder 12.000 km, im schlimmsten Fall noch gar nicht synchronisiert oder eingestellt worden. Aktuelle Symptome sind sehr unruhiges Laufverhalten bei niedriger Drehzahl (2.000 bis 4.000) und stark schwankendes Standgas.
5. Allgemeiner Pflegezustand: Auf den ersten Blick ist die ZR sauber und gepflegt. Ein Blick unter die Verkleidungen und nicht ganz offensichtliche Stellen fördert leider die eine oder andere Roststelle zu Tage. Dazu sind alle an sich glänzenden Teile eher stumpf.

Also ab an die Lösung:
1 ist heute erledigt, natürlich inkl. Filter.
Zu 2-4 geht die ZR nächste Woche in die Fachwerkstatt meines Vertrauens. Dort werden erst mal die Ventile kontrolliert und ggf. neu eingestellt, die Vergaserbank ultrageschallt, eingestellt und synchronisiert, sowie die Bremsflüssigkeit gewechselt. Und wenn die Plörre schon raus kommt, kommen auch gleich neue Stahlflexleitungen rein.
Zu 5: Alles was glänzen soll glänzt inzwischen wieder. Die Krümmer haben die Edelstahlbeize quasi aufgesogen.... Nach einer anschließenden Antiblau Behandlung und Politur sehen die tatsächlich wieder aus wie ab Werk. (Naja, zumindest fast....) Alle anderen Chrom und Alu Teile sind nach einer ausführlichen Behandlung mit NeverDull wieder in einem akzeptablen Zustand und der Lack har sich über eine Behandlung mit Lackreiniger und anschließender Politur sehr gefreut.

Kommen wir zum eigentlichen Problem, der Schwinge und dem Rahmen:
Die Schwinge hat unter der originalen Bremsleitung leider mehr Schaden genommen als vermutet. Auf einer Länge von etwa 20 cm und einer Breite von 5-10 mm ist hier leider mehr als Flugrost drunter. Daher meine Frage nach einer vorerst minimalinvasiven Sanierungsmassnahme:
Kann ich den Rost runterschleifen, die Schwinge unter der Bremsleitung teilweise füllern und nachlacken um erst mal Ruhe zu haben, oder sollte ich direkt eine Kernsanierung, also Ausbau, strahlen und pulvern bevorzugen?

Der Rahmen hat an allen Verbindungsstellen Flugrost angesetzt, den ich erst einmal mit ner Kupferbürste auf dem Dremel entfernt habe. Die betroffenen Stellen habe ich anschließend mit etwas schwarzem Lack vorerst versiegelt, bin mir aber leicht unsicher, ob hier noch größerer Handlungsbedarf besteht.

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Re: Minimalinvasive Schwingen- und Rahmensanierung

Post by Ron » Sat 14. Sep 2019, 14:25

Ob Du die Schwinge nur ausbesserst oder kernsanierst ist ausschließlich von Deinem Anspruch abhängig...den können wir nicht beurteilen. Für mich wäre es der ideale Zeitpunkt um die Schwinge zu wechseln und auf 5.5" umzubauen.

Gleiches gilt für den Rahmen. Es gibt höchstwahrscheinlich keine 7er, die nicht an oder vorallem unter den Blechen rostet. Kann man so lassen wie Du es gemacht hast, optimal ist logischerweise auch Rostumwandler, strahlen, pulvern, Spalte verschließen.
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Re: Minimalinvasive Schwingen- und Rahmensanierung

Post by Vocalix » Mon 16. Sep 2019, 08:20

Hi Ron,
erst mal danke für die Antwort.
mein Anspruch ist, die 7er in einem möglichst originalen Zustand zu erhalten. Einzige Ausnahme sind hier sicherheitsrelevante Teile und farbliche "Entgleisungen".
Also kommen Stahlflexleitungen dran, und die Blinker sowie das Rücklicht wurden "entfärbt".

Zum Rahmen werde ich mir, wenn dann die Winterpause eingeläutet wird, noch die eine oder andere Stunde gönnen, um die Schweißnähte nochmal freizulegen, und entsprechend nachzubehandeln. Die Schwinge werde ich wohl erst mal, wenn aus Sicherheitsgründen nichts dagegen spricht minimalinvasiv Instand setzen.

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Re: Minimalinvasive Schwingen- und Rahmensanierung

Post by Ron » Mon 16. Sep 2019, 21:00

Originale Optik ist ein guter Anspruch! Wenn die Schwinge net durchgerostet ist, dann spricht nix gegen eine Ausbesserung ;) Die Farbcodes findest Du HIER...original würde ja lackieren bedeuten.

Am Rahmen sind neben den Schweißnähten die unzugänglichen Stellen unter den Verbindungsblechen der Knackpunkt. Dort sammelt sich das Wasser. Ich meine das Jo hier mal irgendwo was dazu geschrieben hat (ich hab das gleiche Problem). Rostumwandler und dann die Fugen mit Silikon oder so verschließen. Wenn ich den Link finde poste ich ihn später noch.

Bei den Stahlflex hast Du hoffentlich eine ummantelte Version genommen...? Normalerweise verlegt man diese ja "frei"...was aber bei der originalen Schwinge durch die Metallführungen eigentlich nicht möglich ist und durch die Bewegung immer wieder zum Kontakt führt. Deshalb die ummantelte Version. Oder gleich die Metallbügel an der Schwinge wegdremeln (dann aber einen gewinkelten Fitting pumpenseitig nehmen).

edit: Thread gefunden
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Re: Minimalinvasive Schwingen- und Rahmensanierung

Post by Vocalix » Tue 17. Sep 2019, 09:14

Hi Ron,
nochmal herzlichen Dank. Die Schwinge ist an der Oberseite leicht angerostet, so dass ich beschlossen habe mit Rostumwandler und passenden Lack erst einmal die Optik wieder herzustellen, und vor allem dem weiteren Verfall vorzubeugen.

Die Stahlflexleitungen sind aus dem hier empfohlenen Hause Melvin und sind klar ummantelt. Also intuitiv alles richtig gemacht. ;)

Wenn ich die Kleine dann wieder habe gibt's auch mal die ersten Bilder.

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